CO₂e-Bescheinigung — technische Prüfung
Diese Seite erklärt auf Implementierungsebene, wie eine Certif-Scope CO₂e-Bescheinigung technisch geprüft werden kann. Sie richtet sich an Entwickler, Sicherheitsteams und technische Prüfer, die Echtheit und Integrität des Dokuments nachvollziehen müssen, auch offline.
Dieser Abschnitt beschreibt das Prüfmodell von Certif-Scope. Er erklärt, was eine CO₂e-Bescheinigung ist, wie Vertrauen hergestellt wird und warum die technische Prüfung unabhängig, offline und ohne externen Dienst möglich ist.
Eine Certif-Scope CO₂e-Bescheinigung wird als digital signiertes PDF-Dokument ausgestellt. Dieses PDF ist das zentrale Prüfobjekt. Es wird kein Online-Register, keine API, keine Blockchain und keine externe Datenbank benötigt.
Die Prüfung beruht auf einer deterministischen kryptografischen Signatur, die bei der Ausstellung erzeugt wird. Jede Änderung am Dokument, selbst auf Byte-Ebene, führt dazu, dass die Signatur nicht mehr zur geprüften Nutzlast passt.
Das Prüfmodell vermeidet nach der Ausstellung bewusst eine Abhängigkeit von Certif-Scope-Infrastruktur. Dadurch gilt:
Vertrauen wird über einen eindeutigen öffentlichen Prüfschlüssel hergestellt, den Certif-Scope veröffentlicht. Dieser Schlüssel ermöglicht es jeder empfangenden Stelle zu prüfen, ob:
Wichtig: Die technische Prüfung bestätigt die Echtheit und Integrität des Dokuments. Sie prüft nicht die wirtschaftlichen Eingabedaten des Nutzers und ist keine externe fachliche Prüfung, keine Assurance-Leistung und keine Bewertung regulatorischer Anerkennung.
Dieser Abschnitt beschreibt die kryptografischen Bausteine, mit denen Certif-Scope-Bescheinigungen abgesichert werden. Er erklärt die eingesetzten Algorithmen, ihre Rolle in der Prüfung und die Gründe für ihre Auswahl.
Jede Certif-Scope-Bescheinigung wird durch asymmetrische Kryptografie geschützt. Der Aussteller signiert das Dokument mit einem privaten Schlüssel, während Dritte die Signatur mit dem passenden öffentlichen Schlüssel prüfen können.
Das kryptografische Modell ist bewusst einfach, deterministisch und auf breit etablierten Standards aufgebaut. Ziel sind langfristige Prüfbarkeit und eine robuste Interoperabilität.
Diese Algorithmen wurden gewählt, weil sie:
Certif-Scope verwendet einen deterministischen Signaturansatz. Eine identische kanonische Nutzlast erzeugt denselben Fingerprint und dieselbe Dokument-ID. Dadurch wird die Prüfung reproduzierbar und unabhängig von serverseitigem Zustand.
Sicherheitshinweis: Der private Signaturschlüssel wird nicht in das PDF eingebettet, nicht übertragen und nicht offengelegt. Für die Prüfung werden nur die erzeugte Signatur und der öffentliche Prüfschlüssel benötigt.
Die kryptografische Ebene stellt sicher, dass Änderungen am signierten Inhalt des Dokuments, einschließlich Daten, Metadaten oder signaturrelevanter Formatierung, bei der Prüfung sichtbar werden.
Dieser Abschnitt definiert, welche Daten in einer Certif-Scope-Bescheinigung kryptografisch signiert werden. Das Verständnis dieser Struktur ist entscheidend, um Integrität und Echtheit des Dokuments korrekt zu prüfen.
Certif-Scope signiert nicht beliebig das gesamte PDF. Signiert wird eine kanonische Nutzlast: eine streng definierte und normalisierte Datenstruktur, die aus dem Inhalt der Bescheinigung abgeleitet wird.
Dieser Ansatz ermöglicht eine deterministische Prüfung, unabhängig von Unterschieden in PDF-Renderern, Plattformen oder Programmiersprachen.
Die kanonische Nutzlast ist ein JSON-Objekt mit festen Schlüsseln, fester Reihenfolge und normalisierten Werten. Jede Änderung an Struktur, Reihenfolge oder Wertformat erzeugt einen anderen Fingerprint und macht die Signaturprüfung negativ.
{
"issuer": "Certif-Scope",
"standard": "CS-SB-v1",
"attestationId": "CS-2026-XXXXXXXX",
"companyName": "Example Company",
"country": "DE",
"year": "2026",
"totalCO2e": "15.2",
"issuedDate": "2026-01-25T14:32:10.000Z"
}Alle Werte werden in der kanonischen Nutzlast als Zeichenketten behandelt, auch numerische Werte. Das vermeidet Mehrdeutigkeiten durch Gleitkommazahlen oder regionale Zahlenformate.
Die kanonische Nutzlast wird in UTF-8 serialisiert und anschließend mit SHA-256 gehasht. Der resultierende Fingerprint beschreibt den exakten Zustand der signierten Daten.
Jede Änderung an:
erzeugt einen abweichenden Fingerprint und lässt die Signaturprüfung scheitern.
Die signierte Nutzlast entspricht sichtbaren Feldern des PDF-Dokuments: Aussteller, Unternehmen, Jahr, CO₂e-Gesamtwert, Dokument-ID und Ausstellungsdatum.
Visuelle Elemente, Layout, Schriftarten oder nicht signierte Erläuterungstexte gehören nicht zur kanonischen Nutzlast und beeinflussen die Prüfung nicht, solange die signierten Daten unverändert bleiben.
Wichtig: Die Dokument-ID wird aus dem kryptografischen Fingerprint der kanonischen Nutzlast abgeleitet. Jede Abweichung zwischen sichtbarer ID und signierten Daten weist auf eine Veränderung oder eine ungültige Bescheinigung hin.
Die klare Trennung zwischen signierten Daten und ihrer Darstellung schützt die langfristige Prüfbarkeit, auch wenn PDF-Renderer oder Layouts sich im Laufe der Zeit ändern.
Dieser Abschnitt erklärt, wie Vertrauen in Certif-Scope-Bescheinigungen hergestellt wird und wie der öffentliche Prüfschlüssel eine Echtheitsprüfung ohne Online-Dienst ermöglicht.
Certif-Scope verwendet ein asymmetrisches kryptografisches Modell auf Basis des digitalen Signaturalgorithmus Ed25519.
In diesem Modell werden Bescheinigungen mit einem privaten Schlüssel signiert, den ausschließlich Certif-Scope kontrolliert. Die Prüfung erfolgt mit dem zugehörigen öffentlichen Schlüssel, der frei verteilt werden kann.
Der öffentliche Schlüssel ermöglicht Dritten zu prüfen, dass:
Der öffentliche Schlüssel kann keine neuen Bescheinigungen erzeugen und keine Signaturen erstellen. Er dient ausschließlich der Prüfung.
Certif-Scope arbeitet mit einem eindeutigen und langfristigen öffentlichen Prüfschlüssel. Dieser Schlüssel ist:
Nach der Ausstellung hängt die Prüfbarkeit einer Bescheinigung nicht mehr vom laufenden Betrieb von Servern, APIs oder Datenbanken von Certif-Scope ab.
Gestaltungsprinzip: Eine empfangende Stelle soll eine Bescheinigung auch Jahre nach der Ausstellung mit dem PDF und dem öffentlichen Schlüssel prüfen können.
Vertrauen in eine Certif-Scope-Bescheinigung beruht auf:
Certif-Scope betreibt keine Certificate Authority, kein öffentliches Register und keine Widerrufsliste. Das Modell ist bewusst einfach und transparent.
Wichtig ist die Trennung zwischen technischer Echtheit und inhaltlicher Bewertung.
Diese Grenzen sind ausdrücklich gewollt, damit der Prüfmechanismus robust, nachvollziehbar und klar abgegrenzt bleibt.
Dieser Abschnitt definiert den Umfang der technischen Prüfung einer Certif-Scope CO₂e-Bescheinigung. Er grenzt ab, was die kryptografische Prüfung bestätigt und was bewusst nicht abgedeckt ist.
Bei einer Prüfung mit öffentlichem Schlüssel und digitaler Signatur werden die folgenden Elemente streng technisch geprüft:
Diese Aussagen sind objektiv, reproduzierbar und unabhängig von Online-Systemen oder Datenbanken.
Der Prüfprozess bewertet bewusst nicht die folgenden Punkte:
Diese Ausschlüsse sind keine technischen Lücken, sondern bewusste funktionale Grenzen entsprechend dem vorgesehenen Einsatz der Bescheinigung.
Certif-Scope-Bescheinigungen sind eine indikative, ausgabenbasierte CO₂e-Schätzung. Sie sind für standardisierte Informationsanfragen gedacht und ersetzen keine regulatorische Berichterstattung und kein vollständiges Treibhausgasinventar.
Wichtige Abgrenzung: Eine Bescheinigung kann technisch echt und prüfbar sein und zugleich nicht regulatorisch anerkannt und nicht extern fachlich geprüft sein. Diese Ebenen müssen getrennt bleiben.
Ein klarer Prüfumfang hilft dabei:
Diese Abgrenzung ist zentral für institutionelle Nachvollziehbarkeit und langfristiges Vertrauen.
Dieser Abschnitt beschreibt praktische Prüfabläufe für unterschiedliche Nutzergruppen. Alle stützen sich auf dieselben kryptografischen Grundlagen, unterscheiden sich aber in Werkzeugen und technischer Tiefe.
Certif-Scope unterstützt mehrere Prüfmodi, damit sowohl nicht technische Empfänger als auch Institutionen und technische Teams mit dem Dokument arbeiten können.
Dieser Ablauf ist für die meisten Empfänger einer Bescheinigung vorgesehen.
Der PDF-Reader führt die kryptografischen Kontrollen anhand der eingebetteten Signatur und der Schlüsselinformationen durch.
Dieser Ablauf kann ausreichen, um Echtheit und Integrität des Dokuments in Beschaffungs-, Bank-, Versicherungs- oder Due-Diligence-Kontexten zu dokumentieren.
Dieser Ablauf richtet sich an fortgeschrittene Nutzer, die den Prüfprozess ausdrücklich nachvollziehen möchten.
Typische Schritte:
Dieser Prozess ist vollständig offline und auf verschiedenen Plattformen reproduzierbar.
Organisationen, die viele Bescheinigungen bearbeiten, können die Prüfung über Skripte oder interne Werkzeuge automatisieren.
Wichtige Eigenschaften:
Beispielhafte Umsetzungen mit Python, Node.js und Kommandozeile werden im nächsten Abschnitt beschrieben.
Die parallele Unterstützung mehrerer Prüfmodi ermöglicht:
Alle Abläufe beruhen auf derselben kryptografischen Grundlage. Nur Werkzeuge und Benutzeroberfläche unterscheiden sich.
Dieser Abschnitt enthält konkrete, reproduzierbare Hinweise zur Prüfung einer Certif-Scope-Bescheinigung mit Kommandozeilenwerkzeugen und Codebeispielen. Er richtet sich an technische Prüfer, Entwickler und interne Kontrollteams.
Alle Schritte können offline durchgeführt werden. Es ist kein Netzwerkzugriff auf Certif-Scope-Systeme erforderlich.
Arbeiten Sie mit dem PDF in der ursprünglichen Form, in der es ausgestellt wurde. Jede Änderung, erneute Speicherung, Optimierung oder Konvertierung kann die Signaturprüfung beeinflussen.
Öffnen Sie das PDF in einem Reader, der digitale Signaturen unterstützt, zum Beispiel Adobe Acrobat oder Foxit.
Dieser Schritt bestätigt, soweit vom PDF-Reader unterstützt, die Echtheit des Ausstellers und die Integrität des unveränderten Inhalts.
Für eine explizite Integritätskontrolle kann der SHA-256-Hash der lokalen PDF-Datei berechnet und mit dem im Dokument oder Referenzsystem angegebenen Fingerprint verglichen werden.
Beispiel (Hash-Vergleich):
# SHA-256-Hash des PDF berechnen sha256sum certif-scope-bescheinigung.pdf
Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem erwarteten Fingerprint, sofern dieser im Dokument oder in einem Referenzprozess angegeben ist.
Ein identischer Hash bestätigt die Dateiintegrität, weist aber für sich allein nicht die Echtheit des Ausstellers nach. Für eine weitergehende Kontrolle ist die Signaturprüfung erforderlich.
Die fortgeschrittene Prüfung kontrolliert die Ed25519-Signatur gegen die kanonische Nutzlast und den öffentlichen Certif-Scope-Schlüssel.
Dieser Ablauf umfasst typischerweise:
Die Umsetzung kann je nach internen Anforderungen mit Python, Node.js oder spezialisierten Kryptografiewerkzeugen erfolgen.
from nacl.signing import VerifyKey
import base64
public_key_b64 = "MCowBQYDK2VwAyEAbKp2pg4wmzE5Kqo9tEwv7JJjxQyT2cBmwiLLHp4cSac="
verify_key = VerifyKey(base64.b64decode(public_key_b64))
payload = b"...bytes der kanonischen Nutzlast..."
signature = base64.b64decode("...signature...")
verify_key.verify(payload, signature)
Ist die Prüfung erfolgreich, bestätigt dies, dass die Nutzlast von Certif-Scope signiert wurde und seitdem nicht verändert wurde.
Die gleichen Schritte gelten auch in Termux auf Android:
Die Prüfergebnisse sind auf allen Plattformen gleich, wenn dieselben Eingabedaten und Algorithmen verwendet werden.
Eine vollständig geprüfte Bescheinigung bestätigt technisch:
Für die technische Prüfung ist kein Online-Dienst und keine zusätzliche Vertrauensannahme in eine Certif-Scope-Datenbank erforderlich.
Dieser Abschnitt legt die Sicherheitsannahmen, das Bedrohungsmodell und die Vertrauensgrenzen für Certif-Scope CO₂e-Bescheinigungen offen. Er beschreibt, was das System schützt, was es nicht schützt und wie die Prüfung in institutionellen Kontexten einzuordnen ist.
Diese Annahmen sind ausdrücklich benannt und überprüfbar. Eine implizite Abhängigkeit von Certif-Scope-Infrastruktur, Datenbanken oder APIs ist für die Prüfung nicht erforderlich.
Certif-Scope setzt die Vertrauensgrenze auf Ebene des signierten PDF-Dokuments:
Nach der Ausstellung besteht die Bescheinigung unabhängig vom laufenden Betrieb des Ausstellers fort.
Die folgenden Szenarien werden ausdrücklich berücksichtigt:
Diese Risiken werden durch die kryptografische Signatur der Bescheinigungsnutzlast begrenzt.
Die folgenden Risiken liegen bewusst außerhalb des technischen Prüfumfangs und werden durch das Bescheinigungssystem nicht bewertet:
Die kryptografische Prüfung bestätigt Integrität und Echtheit, nicht die fachliche Richtigkeit der zugrunde liegenden Geschäftsdaten.
Certif-Scope verwendet einen Aussteller-Signaturschlüssel pro Ausstellungsmodell oder Version.
Dieses Modell verhindert stillschweigende Vertrauensänderungen und erhält die langfristige Prüfbarkeit.
Für Einkauf, Banken, Versicherungen und technische Prüfer bestätigt die Prüfung:
Die Prüfung bedeutet nicht, dass der CO₂e-Wert regulatorisch anerkannt ist, eine externe Assurance-Leistung ersetzt oder ein vollständiges Emissionsreporting darstellt.
Dieses transparente Bedrohungsmodell unterstützt Nachvollziehbarkeit und institutionelle Akzeptanz in europäischen Dokumentationsprozessen.