CO2-Anfragen verstehen - Ausschreibungen (Screening)
In Ausschreibungen werden Begriffe wie "CO2-Bilanz" oder "CO2-Nachweis" oft allgemein verwendet. Häufig geht es um Screening: Vergleich, Ablage und Einkaufsunterlagen, nicht um eine detaillierte Inventur mit Belegen und externer Prüfung. Diese Seite hilft, das richtige Antwortniveau zu finden.
Was der Käufer meist sucht
Einen lesbaren CO2e-Indikator und ein archivierbares Dokument für die Unterlagen.
Was das Dokument einordnet
Methode, Umfang, sichtbare Grenzen und ein standardisiertes Format.
Wann eskaliert werden sollte
Vorgegebener Standard, detaillierter Umfang, Belege oder externe Prüfung.
Inhalt
Verantwortliche Beschaffung wird breiter eingesetzt. Käufer möchten ökologische Informationen dokumentieren und einen nachvollziehbaren Vergleich ablegen. CO2e ist ein einfacher Indikator, der in eine Bewertung einfließen kann, auch wenn das Lastenheft allgemein formuliert bleibt.
Der zentrale Punkt: Ein Bewertungskriterium kann oft eine konsistente Schätzung verwenden, wenn Methode und Grenzen ausdrücklich genannt werden. Eine formelle Anforderung legt dagegen Methode, Umfang und manchmal Belege oder externe Prüfung fest.
Wenn die Ausschreibung nicht ausdrücklich Methode, Umfang und Belege vorgibt, behandeln Sie die Anfrage vorsichtig als Screening und liefern Sie ein datiertes Dokument mit erklärter Methode und sichtbaren Grenzen.
In Ausschreibungen ist das Ziel oft operativ: einen verständlichen Indikator und ein archivierbares Dokument liefern. Die Glaubwürdigkeit entsteht aus einem Standardformat, einer erklärten Methode, einem klaren Umfang und offen benannten Grenzen.
Ziel ist eine schnelle Antwort ohne Falle: ein klares Dokument liefern und nur dann eskalieren, wenn eine formelle Anforderung schriftlich genannt ist.
"Wir stellen für das Jahr [JJJJ] einen indikativen CO2e-Indikator für Screening bereit. Die Methode ist erklärt, Umfang und Grenzen sind sichtbar genannt (keine Prüfung, keine umfassende Inventur, kein CSRD-/ESRS-Reporting). Das Dokument ist datiert, identifizierbar und prüfbar."
Bitten Sie um schriftliche Klärung, ohne den Prozess zu blockieren:
"Können Sie bitte bestätigen, ob eine nach Scopes aufgeschlüsselte Inventur verlangt wird (Umfang, Methode, Belege, Assurance-Niveau), oder ob in dieser Phase ein Screening-Dokument mit aggregiertem CO2e-Ergebnis, Methode und sichtbaren Grenzen ausreicht?"
Eine detaillierte Inventur wird relevant, wenn die Ausschreibung ausdrücklich einen Rahmen und ein Nachweisniveau vorgibt. Dann müssen Lieferumfang, Zeitplan und Budget an diese Anforderung angepasst werden.
In diesem Fall darf eine aggregierte indikative Schätzung nicht als detaillierte Inventur dargestellt werden. Die vorsichtige Strategie: schriftlich klären und sich bei bestätigter Anforderung am genannten Rahmen ausrichten.
Nicht automatisch. In vielen Unterlagen dient der CO2e-Indikator dem Vergleich. Wenn keine formelle Anforderung an Standard, Umfang, Nachweise oder Assurance genannt wird, kann eine konsistente, datierte und klar eingeordnete Schätzung für Screening geeignet sein.
Ja, wenn keine Methode vorgegeben ist und der Zweck Screening ist. Die Methode und ihre Grenzen müssen klar genannt werden: indikativ, keine Prüfung, keine umfassende Inventur, kein CSRD-/ESRS-Reporting.
Achten Sie auf formelle Signale: vorgegebener Standard wie GHG Protocol, detaillierter Umfang, erwartete Belege oder externe Prüfung. Ohne diese Elemente ist die Anfrage häufig Screening.
Das ist ein anderer und anspruchsvollerer Rahmen. Bitten Sie schriftlich um Klarstellung zu Umfang, erwarteten Daten und Assurance-Niveau. Eine aggregierte indikative Schätzung darf nicht als ISO-Inventur dargestellt werden.
Ein klares und archivierbares PDF: aggregiertes CO2e-Ergebnis, abgedecktes Jahr, erklärte Methode, sichtbare Grenzen, Ausstellungsdatum, Kennung und Prüfmöglichkeit für Integrität und Herkunft.
Wenn das Ziel Screening ist, reicht häufig ein klares und archivierbares Dokument: aggregiertes CO2e-Ergebnis, Jahr, Methode, sichtbare Grenzen, Kennung und Prüfmöglichkeit.